Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache in Mexiko

Urnenfriedhof

Bild des Urnenfriedhofes

Da für viele unserer Gemeindemitglieder der deutsche Friedhof schwer zu erreichen ist, wurde der Wunsch geäußert, hinter unserer Kirche einen Urnenfriedhof zu bauen.

Wir haben heute im Garten hinter der Kirche ein ansprechendes Kolumbarium (d.h. Urnenhalle eines Friedhofes), das Ruhe vermittelt und zur Meditation einlädt.

Viele unserer Gemeindemitglieder und auch andere haben sich dort eine Nische gekauft,. Wer mit einer Einäscherung einverstanden ist, sollte auch einen geeigneten Aufbewahrungsort vorsehen.

Öffnungszeiten unseres Urnenfriedhofs für Besucher: vormittags von 08.00 bis 14.00 Uhr; nachmittags und samstags nach Absprache mit dem Küster Israel Godínez; Sonntags von 9.30 Uhr bis 13.00 Uhr.

Der Kaufpreis für eine Nische beträgt 8.000.- Pesos; die Wartungskosten pro Nische betragen jährlich 200.- Pesos.

Zum geschichtlichen Hintergrund von Urnenfriedhöfen in Mexiko

In Guanajuato, einer Bergbaustadt, die in einem engen Tal gelegen und von felsigen Bergen umringt ist, musste man sich eine andere Lösung für Grabstätten einfallen lassen. Im 19. Jahrhundert hatten alle seit der Gründung der Stadt Verstorbenen die verfügbaren Plätze in der Erde besetzt. Man begann, alte Gräber zu öffnen, um sie neu zu belegen. Dabei entdeckte man, dass die mineralhaltige Erde, in die einige Leichen gebettet waren, diese erstaunlich gut konserviert hatten.

Man beschloss, dieses Kuriosum aufzubewahren und stellte die gut konservierten Leichen nun als Mumien zur Schau. Sie sind eine der heutigen Touristenattraktionen Guanajuatos.

Da durch die außerordentlich erfolgreichen Silberfunde die Bevölkerung und damit auch die Todesfälle schneller zunahmen als man Grabstätten schaffen konnte, beschloss man, an der Außenmauer des Friedhofs Nischen zu bauen in die der Sarg geschoben wurde. Eine Verschlussplatte gab über den Verstorbenen Auskunft. Als dann im 20. Jahrhundert weltweit die Einäscherung beliebter und auch vom Vatikan erlaubt wurde, war die Aufbewahrung dieser Ascheurnen in einer Nische der nahe liegende Schritt. Nach und nach bauten viele Kirchen einen Urnenfriedhof.